Jetzt müssen wir nur noch glücklich sein

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Irena Bre¾ná setzt den Realsozialismus der 60er-Jahre dem entlarvenden Blick einer Elfjährigen aus

Text: Alexandra Millner

Wie hat man sich die „beste aller Welten“ vorzustellen? Wohl kaum so, wie es im Roman der slowakisch-schweizerischen Schriftstellerin Irena Bre¾ná vorkommt: nämlich als arbeits- und entbehrungsreiches Leben im (tschecho-)slowakischen Realsozialismus der 60er-Jahre. Dennoch glaubt die Protagonistin fest an diesen: an die treue Freundschaft des kleinen Landes zum großen, beschützenden Bruder, an den gemeinsamen Feind jenseits des Ozeans und an die Solidarität der Proletarier.

Immerhin, so muss relativierend angemerkt werden, ist die Ich-Erzählerin Jana erst elf Jahre alt. Dementsprechend naiv und einfach sind ihre Perspektive und Sprache: „Schade, der Krieg ist vorbei, auch die Große Revolution ist vorbei, und unsere Proletarier sind schon frei. Alles Wichtige ist getan, wir müssen nur noch glücklich sein, und das ist furchtbar schwierig.“

Die gesellschaftspolitischen


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