Rudi, Rudi, gib acht …

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Der serbische Botschafter in Wien, Dragan Velikiæ, schickt seinen Protagonisten auf einen Trip ins eigene Ich

Text: Edgar Schütz

Hätte Dragan Velikic´ das 280 Seiten umfassende Romanfragment im versperrten Safe belassen, wir könnten seinen, im Vorjahr im serbischen Original erschienenen Roman „Das russische Fenster“ heute naturgemäß nicht lesen. Aber zunächst zur Vorgeschichte.

Bereits 2005 hatte der damalige serbische Außenminister Vuk Draškovic´ die Idee, den 1953 in Belgrad geborenen Journalisten und Schriftsteller als Botschafter nach Wien zu entsenden. Eine mutige Entscheidung, schließlich ist Wien nicht Reykjavik – womit natürlich nichts gegen Island gesagt sein soll, dessen bilaterale Beziehungen zu Serbien sich aber vermutlich doch eher auf konsularisch-protokollarisch-höfliche Formalitäten beschränken. Einen Job in Reykjavik hätte Velikic´ jedenfalls als reine Sinekure betrachten können, um neben ein paar repräsentativen Verpflichtungen ein betuliches Leben


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