Die Schrecken des Eises und des Sternenhimmels

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Vladimir Nabokovs Romanmonstrum „Fahles Feuer“ führt in die Abgründe des vergangenen Jahrhunderts

Text: Erich Klein

Nabokovs „Pale Fire“ – „Fahles Feuer“ ist ein Monstrum: Das Buch nennt sich Roman und besteht aus einem 40 Seiten langen Gedicht sowie einem Kommentar – inklusive Vorwort und Register mit 350 Seiten.

Mit dem Bild eines Singvogels, der gegen ein das Blau des Himmels spiegelndes Fenster kracht, eröffnet der Dichter John Shade die Erzählung seines Lebens. 999 Jamben lang ziehen Kindheitserinnerungen, Tod der Eltern, die Jugendjahre bei Tante Maud bis zur ersten Begegnung mit Sally, der künftigen Ehefrau, sowie der gegenwärtige Alltag vorüber. Sarkasmus und Selbstironie sind kennzeichnend für den Bericht. Über sein pubertär-philosophisches Erschrecken bei der Betrachtung des nächtlichen Sternenhimmels schreibt Shade: „Der ganz normale Spießer, so behaupte ich, / Ist besser dran: Die Milchstraß’ sieht er nur, / Wenn er sein Wasser lässt.“

Nach 40-jähriger


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