Ein Märchen aus den uralten Zeiten

15.10.2008

In „Der Turm“ verlegt Uwe Tellkamp den klassischen bürgerlichen Familienroman in die versinkende DDR

Text: Sabine Frank

In einer Zeit, in der der deutschen Gegenwartsliteratur oft vorgeworfen wird, zu wenig „welthaltig“ zu sein, handelt der neue, gewaltige Roman des 1968 geborenen Autors Uwe Tellkamp über fast 1000 Seiten von einer kleinen Insel. Man befindet sich in Dresden, es sind noch sieben Jahre bis zum Untergang der DDR, die Rede ist von einem Wohnviertel hoch über der Stadt mit malerischen Villen hinter verschnörkelten Jugendstilzäunen, eine verträumte Welt voller „Sandstein-Schneckenwedel“, Tapetentüren und versteckten Wintergärten.

Bildungsbürger im Elfenbeinturm

Die Gebäude tragen Namen wie „Delphinenort“ oder „Felsenburg“ und es sind die letzten Elfenbeintürme des Bildungsbürgertums, das in der DDR eigentlich ein Anachronismus sein sollte. Hier war man unter sich: Mediziner, Literaten, Physiker, Musiker, der VEB-Fabrikdirektor – abgeschottet, eingeengt,

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