Nichts schmeckt so gut, wie Dünnheit sich anfühlt

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Der fulminante Heinz Strunk folgt einem hitzegeplagten fettleibigen Gagschreiber bis in den Pensionistenpark Weg.

Text: Tex Rubinowitz

Es ist heiß im neuen Buch von Heinz Strunk, das war schon im Vorgänger „Fleisch ist mein Gemüse“ meistens so, um Beklemmungen haptisch zu machen, denn weder Herbsttristesse mit verfaultem Laub noch Schneematsch in früher Dunkelheit sind so menschenfeindlich wie bleierne Hitze in der Stadt. Markus Erdmann, der Protagonist in „Die Zunge Europas“, brütet dumpf in seiner Stube Gags aus für einen sogenannten Uhu, einen Comedian, der nur Säle unter 100 zu füllen imstande ist.

Als Kind verfügte Erdmann noch über ein Enzym, das Hitze in Glück verwandeln konnte, jetzt ist sie ihm nur noch eine Last, in der der Hass keimt – vor allem auf Schönheit in Gestalt von unerreichbaren Frauen und Mädchen, die niemals schwitzen. Wenn sie an ihm vorübergehen, holt er tief Luft, als ob er seine Lungen mit ihrem Duft vollpumpen könnte. Er wünscht sich „Heilung


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