Boom und Blues am Bosporus

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Seit 45 Jahren knistert es zwischen Europa und der Türkei. Fünf Bücher durchleuchten das Land am Bosporus

Essay: Veronika Seyr

In der Debatte um den Beitritt der Türkei stellt Europa die entscheidende Frage über sich selbst: Ist Europa ein geografisches Gebilde oder eine Idee?

1999 erhielt die Türkei Kandidatenstatus. Seit 9/11 betrachten die USA und Teile der EU die Türkei als das Modell für die Versöhnung von Islam, Moderne und Demokratie. 2005 nahmen Brüssel und Ankara schließlich Beitrittsverhandlungen auf. Ein Blick in die Geschichte der Türkei und ihrer Beziehung zum Westen lohnt, um die seither lodernde Debatte zu verstehen.

Seit die Türken zweimal vor den Toren Wiens standen, verbanden die Europäer mit der Türkei primär Negatives. Die „orientalische Frage“ formulierte im 19. Jahrhundert den Kern des Problems – und handelte davon, wie der „kranke Mann am Bosporus“ am Leben erhalten werden könne, damit Russland der Weg zum Mittelmeer versperrt und das europäische


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