Die Welt als Wilde und Vorstellung

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Christoph Türckes untersuchte die Träume der Menschheit. Er mäandert und fantasiert wie im Traum

Rezension: Andreas Kremla

Nicht nur Menschen, auch Kulturen träumen. Um diesen Gedanken kreist Christoph Türcke in seinem Werk und durchstreift dabei die klassischen Forschungsfelder der Psychoanalyse: Traum, Trieb und Sprache. Während Freud und seine Nachfolger die individuellen nächtlichen Botschaften des Unbewussten sezierten, untersucht Türcke den kollektiven Traum.

Traumzeiten, in denen das kollektive Bewusstsein, erst halb erwacht, noch träumerisch gewesen sei, habe es, so Türcke, in unserer Vorgeschichte gegeben. Die Mythen der australischen Aborigines berichten, dass dieser Traumzustand einst alles Sein umfasste. Auch in der europäischen Ur- und Frühgeschichte sucht Türcke nach Spuren der Traumzeit – trotz dürftiger Quellenlage.

Die eindrucksvollsten Beispiele für kollektive Träume liefern ihm Rituale. Menschenopfer sind Türckes Lieblingsgegenstand. Hier macht er die Freud’schen


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