Himmelsherrscher und Haushaltshilfen

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Das Patriarchat geht in Dieter Thomäs Geschichte der Vaterschaft vor die Hunde. Wer sind die neuen Väter?

Text: Andreas Kremla

Keine Sorge, hier kommt nicht die 157. Variation von „Vater werden ist nicht schwer …“. Denn Dieter Thomä ist kein Kleinkinderpädagoge, sondern Familienphilosoph. Sein aktuelles Buch versucht nicht, Vätern eine Anleitung für die nahe Zukunft zu geben, sondern eine Analyse ihrer kollektiven Vergangenheit zu sein. Eine Ideengeschichte der Vaterschaft also?

„Drei Väter sind im Repertoire, denen es an den Kragen gehen könnte: der Vater im Himmel, der politische Vater und der Familienvater.“ Zunächst wird vernichtet. In der französischen Revolution, so die Grundthese des Autors, sind alle drei Patriarchen umgekommen. Invalide seien sie vorher schon gewesen. Allerdings: Nachfolger sind deswegen noch lange nicht in Sicht. „Alle Menschen werden Brüder – und wer ist ihr Vater?“ lautet die Grundfrage des Philosophen für die Zeit danach.

Thomä suchte

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