Flüchtlingsflut im Land der Dämme

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Mit seinen Thesen zur Migration schockierte Paul Scheffer die Niederlande. Auch sein Buch zum Thema ist unbequem

Text: Stefan Löffler

Paul Scheffers im Januar 2000 in der niederländischen Tageszeitung NRC Handelsblad erschienene Polemik „Het multiculturele drama“ rüttelte ein ganzes Land wach. „So energisch die Niederlande der sozialen Frage von einst zu Leib gerückt sind, so gelassen reagieren wir nun auf das Zurückbleiben ganzer Generationen von Zugezogenen und das Entstehen einer ethnischen Unterschicht“, klagte der Soziologe und Publizist. Die Folgen einer zu nachlässigen Einwanderungs- und Integrationspolitik bedeuteten seiner Meinung nach „die größte Bedrohung für den gesellschaftlichen Frieden“.

Seine Kritik zielte auf Multikulturalisten und selbsterklärte Kosmopoliten ab, die Einwanderung eindimensional als Bereicherung darstellten und die Wahrnehmung ihrer Schattenseiten durch Teile der Bevölkerung als rassistisch motiviert abtaten. Scheffer sah darin auch eine


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