Unter seinem Galgen grinste Österreich

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Anton Holzer schrieb ein Buch über den Krieg der schmutzigen Bilder und die Verbrechen der k.u.k. Armee

Text: Matthias Dusini

Anfang des Jahres lud der Falter Kuratoren und Forscher ein, Ausstellungskonzepte für Museen zu veröffentlichen, die ihre Aufgaben nur mangelhaft erfüllen. Der Fotohistoriker Anton Holzer nahm das Heeresgeschichtliche Museum unter die Lupe und urteilte: „Eigentlich müsste man es schließen.“ Unhinterfragt würden hier die Heldenmythen der Habsburger wiedergegeben. Nun legt Holzer eine Materialsammlung vor, die seinen Unmut begründet. Sie dokumentiert die während des Ersten Weltkriegs in erster Linie an der Zivilbevölkerung begangenen Verbrechen der k. u. k. Armee.

Im Zuge einer Anklage gegen einen bayrischen Wehrmachtssoldaten tauchten die Bilder erst kürzlich in den Zeitungen auf: Partisanen baumeln an den Ästen von Bäumen, die die Einfahrtsstraßen norditalienischer Städte säumen. Unbekannt ist, dass diese Bäume bereits 30 Jahre vorher als Galgen


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