Der Berufsjugendliche

aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

MTV-Moderator Markus Kavka (41) hat ein Buch übers Erwachsenwerden geschrieben: "Hamma wieder was gelernt" (Rowohlt, 2008).

DURST: Wann hast du dir zuletzt gedacht: "Dafür bist du zu alt!"

Markus Kavka: Als ich das letzte Mal bei Rock am Ring durchs Publikum und am Campingplatz entlang gegangen bin. Ich würde nicht mehr privat auf ein Festival fahren, um dort zu campen. Ich würde hinfahren und mir die Bands ansehen, aber nur tagsüber und ich würde wahrscheinlich auch nicht alle drei Tage bleiben.

Du bist mit 41 Jahren der selbsternannte "MTV-Opa". Bist du beleidigt, wenn man dich als Berufsjugendlichen bezeichnet?

Nein. Das ist zwar ein blöder Ausdruck und es war auch nicht mein Ansinnen, mal als Berufsjugendlicher bezeichnet zu werden. Ich kann mich erinnern, dass man Cherno Jobatey als Berufsjugendlichen bezeichnet hat, als er mit Anzug und Turnschuhen im ZDF herumgehüpft ist. Das brauche ich eigentlich nicht. Wenn ich aber an mein Geburtsdatum und meinen Beruf denke, wäre es hanebüchen, mich dagegen zu verwehren.

Sollte man als Musiker ab einem bestimmten Alter aufhören, auf der Bühne den Rockstar zu geben?

Es gibt Leute, die absolut in Würde gealtert sind. Allen voran jemand wie Johnny Cash. Da wäre keiner daraufgekommen ihm mit 60 nahezulegen, dass es mal langsam genug sei. Dann gibt es andere Beispiele, bei denen es echt peinlich wird. Gerade gab es eine neue Comeback-Welle. Ganz viele Bands wie Status Quo, Slade oder wie sie alle heißen, waren in den 70ern mal erfolgreich und touren jetzt durch mittelgroße Hallen.


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