Früher wusste man: Ich werde gebraucht

aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Generation Praktikum oder Quarterlife-Crisis sind zwar bloß Schlagworte. Doch sie beschreiben real existierende Zustände, weiß Jugendforscherin Ingrid Kromer Interview: Georg Eckelsberger

Durst: Generationen werden nach gemeinsamen Erlebnissen eingeteilt, die sie prägen. Was verbindet die Generation der in den Achtzigern Geborenen?

Ingrid Kromer: Es ist die erste Generation seit vielen Jahren, die nicht mehr aus dem Vollen schöpfen kann. Bis etwa Ende der 90er hatte man noch das Gefühl, mit ausreichender Ausbildung müsse man sich keine Sorgen machen und fände schon einen Job. Um das Jahr 2000 änderte sich das. Es begann, immer prekärer zu werden. Orientierungssuche und große Unsicherheit sind prägend für diese neue Generation. Und dies wirkt sich auf Einstellungen und Verhaltensweisen aus.

Inwiefern?

Der Glaube an die Selbstverwirklichung, das Leben zu genießen, die eigenen Träume verwirklichen zu können, also die ganzen Werte der Vorgängergenerationen, werden zurückgedrängt.


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