Sex am Klo

aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Manchmal lässt sich nicht vermeiden. Das öffentliche Klo. Nach Überwindung des hygienischen Ekels kommt gleich die Vorstellung, dass Menschen hier nicht nur pinkeln, sondern auch ihrer Lust erliegen könnten. Da ich bei diesem Gedanken schon auf der Brille sitze und mich am liebsten runterspülen würde, versuche ich die Vorstellung durch eine generelle Frage zu verdrängen: Warum vögeln Leute an öffentlichen Plätzen? Die negativen Seiten überwiegen. Schmutzig (meist), unbequem (immer), sandig (im Urlaub). Aussicht auf einen Orgasmus gleich null. Warum also? Männer kommen auch in der Umkleide von H&M zum Ziel. Aber Frauen? Nachdem ich es mir auf der Schüssel bequem gemacht habe, komm ich drauf: Es ist das Luderhurensyndrom. Wild an das hintere Tiefkühlregal bei Spar gepresst, mit einer Hand im Slip und in Gedanken bei Johnny Depp - plötzlich ist man naughty. Fühlt sich wie eine dieser nackigen R'n'B-Tussis auf MTV, die auch noch in der Waschanlage flachgelegt genial ausehen. Fühlt sich sexy an, wenn man nach dem Vollzug den BH zurechtzupft, während Mann noch nach Luft und Taschentüchern schnappt. Gut, dass wir Frauen in solchen Situationen die Unzulänglichkeiten verdrängen können - Orangenhaut, die aus der Unterhose hervorquillt; Blätter, die am Arsch kleben. Kloquickies sollten keine Spiegel als Zeugen haben. von Irene Öhman


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