Seinesgleichen geschieht

Postfaschist, Austrofaschist, Feschist ist es wichtig, was Haider politisch war?

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Okay, nochmals Haider. Er ist tot. Und wir alle müssen mit ihm leben, schrieb Robert Menasse in der Presse. Ihn totzusagen hat zu seinen Lebzeiten nicht funktioniert, warum soll es im Tod funktionieren? Der nun einsetzende Führerkult der Herzen und die Tatsache, dass Kärnten zu einer Art Staat im Staat geworden ist, sind schon Grund genug für diese Auseinandersetzung. War Haider ein Kritiker des österreichischen Proporzsystems, an dem es gesunden hätte können, oder war seine Absicht, es umzubringen?

Das steckt in der Frage, ob er Faschist war oder nicht. Es fanden sich bei ihm klassische Züge des Faschismus, andere fehlten. Klassisch war die Tendenz zur Ästhetisierung, die sich in einer bestimmten Art der Körperpräsentation, des Modefetischismus, der aufgemascherlten Büberei äußerte. Aber nicht in Massenaufmärschen oder rituellen Massenzeremonien. Die gab es nur gedämpft und dosiert, wie auf dem Ulrichsberg, oder in neuer Form beim Massenfunsport.

Klassisch war, das zeigt


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