Glosse

20 Jahre Wien Modern: Das ist nicht der einzige Grund zum Feiern

Falter & Meinung | Carsten Fastner | aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Als vor 19 Jahren und elf Monaten die erste Ausgabe von Wien Modern zu Ende ging, schien das Festival dem Falter viel zu erfolgreich gewesen zu sein. Es wurden ernste Bedenken gewälzt: Nicht alle Komponisten seien wohl so integer, dass sie dem "süßen Gift der Publikumsannäherung" widerstehen könnten; die "Gestik des Servierens" widerspräche doch dem klassischen Künstlerbild.

In der Tat: Die Neue Musik ist längst aus dem dunklen Eck griesgrämiger Avantgardisten herausgekommen, die Szene ließ sich die einst beargwöhnte "Lust an der endlich errungenen Feierstimmung" nicht nehmen, schon gar nicht durch "rigide Aufforderungen zur Selbstbescheidung". Das ist vor allem das Verdienst von Wien Modern. Auch diesen Erfolg kann das Festival in seiner nun beginnenden Jubiläumsausgabe feiern.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige