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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Über viele Jahre hindurch wusch eine Hand die andere. Wolfgang Fellner wuchtete Jörg Haider aufs Cover und machte damit ein Vermögen. Haider ließ sich gerne aufs Cover wuchten und machte damit viele Wählerstimmen. Jetzt, wo Österreich mit der "Das war Jörg Haider"-DVD um 1,99 Euro das letzte Geld aus dem Politiker herausgepresst hat, sieht sich Fellner wohl um einen besseren Nachlassverwalter als Solariumfan und Neo-BZÖ-Chef Stefan Petzner um. Also schreibt Österreich jetzt "Haiders Witwe als neue Landesmutter" herbei. Wenn's nicht klappt, kann Fellner es ja mit den Haider-Töchtern probieren, die sind auch fesch und covertauglich. Was beim Lesen der unzähligen "Wo war Haider am Todesabend ganz genau?"-Artikel noch auffällt: Was ist so schlimm daran, wenn ein Politiker in einem Schwulenlokal sitzt? Warum schreiben fast alle Zeitungen verschämt vom "Szene-Treff" oder - wie Österreich - vom "In-Treff"? Vielleicht sollten die Redakteure einmal eine Fact-Finding-Mission in eine Schwulenbar wagen. Keine Angst: Die beißen nicht!


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