Wehmut in der Stimme, Schalk im Nacken

Feuilleton | aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Terence Davies und Guy Maddin, zwei der eigensinnigsten Köpfe im Gegenwartskino, zollen ihren Heimatstädten Tribut

Filmkritik: Joachim Schätz

Wie komme ich in den von Büffeln zertrampelten Freizeitpark?" "Wo ist der Aussichtshügel, der aus Stadtmüll besteht?" - Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, dann werden die verschneiten Straßen von Winnipeg, Manitoba, bald voll sein mit Touristen, die bei ratlosen Einwohnern solche und ähnliche Erkundigungen einholen.

"My Winnipeg" nannte der kanadische Filmbastler Guy Maddin seinen 80-Minüter, in dem er sich mit seiner Heimatstadt auseinandersetzt. Die Betonung liegt auf dem Possessivpronomen. Wiewohl ein Auftragswerk für den US-Spartensender The Documentary Channel, unterhält die verschrobene city symphony ein eher eigenwilliges Verhältnis zur Realität der Provinzhauptstadt, wo - Ehrenwort! - zehnmal mehr Schlafwandler leben als sonstwo und das Wegwerfen alter Schilder bei Strafe verboten ist.

Maddin, ein Liebhaber der energischeren, verrückteren


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