Stadtrand

Lernen lebenslänglich - im Wiener Kinderknast

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Wurmdobler drückt als Wiener Volkshochschüler die Volksschulbank

Nennt man weder Kinder sein Eigen noch die österreichische Staatsbürgerschaft, macht man mit den Schulgebäuden hierzustadt eher selten Bekanntschaft. Einschulen oder Wählengehen fallen da zumindest weg. Zum Glück gibt es aber Volkshochschulen, und wer dort Kurse besucht und das "hoch" weglässt, landet mitunter in einer typischen Wiener Volksschule. Oder im grauen Wien der 50er-Jahre, wie im Falle Schäffergasse.

Hier lassen sich also die Damen und Herren Kinder aufs Leben vorbereiten - echt hart. Das Gebäude, in dem das passiert, schaut original aus wie aus der Nachkriegszeit - nur noch viel schlimmer. Schlechte Beleuchtung, hässliche Möbel, abgenutzte Einbauten: So trist wie diesen öffentlichen Schulbau stellt man sich das Gefängnis eines Schurkenstaats vor. Sicher biegt da gleich noch ein Diktator um die Ecke. Nein, als Kinderbesitzer und Staatsbürger (und Lehrkörper) darf man so etwas nicht hinnehmen. Für Volkshochschüler geht das in Ordnung. Volksschüler sollten's aber schöner haben!


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