Kaisers Mühlen

Stadtleben | aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Wie ein Knochensplitter von Kaiser Karl I. mit k. u. k. Ehren in die Kirche von Kaisermühlen kam

Reportage: Joseph Gepp

Das Stück kaiserlichen Mittelhandknochens wurde auf der portugiesischen Insel Madeira aus dem Grab von Karl I. geholt. Dann ging es per Flugzeug nach Belgien, wo die verbliebenen Mitglieder der Familie Habsburg seine Echtheit zertifizierten und die zukünftige Verwendung absegneten. Danach landete der Knochen per eingeschriebenem Paket auf dem Schreibtisch der Pfarre von Kaisermühlen.

Jetzt liegt er hier, im Empfangsraum des Pfarrers, auf einem Polster mit rot-weiß-roter Schärpe. Ein millimetergroßer gelblich-weißer Splitter in einer Schatulle aus Gold und Glas. Der Stoff am Boden des Gefäßes ist mit Goldfäden und Samt durchwirkt, Edelsteine rundherum formen einen Kreis. Darunter auf Lateinisch: "Aus den Gebeinen des seligen Karls aus dem Hause Österreich, sein Kaiser und Bekenner."

Karl I. regierte nur zwei Jahre, von 1916 bis 1918. Er starb 1922 halb vergessen


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