Lebhaft sprudelnd kochen

Stadtleben | aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Die Finanzmärkte zwingen uns zum Champagnertrinken. Man kann auch damit kochen

Gerichtsbericht: Werner Meisinger

Vielleicht irrt Elfie Casty, wenn sie empfiehlt, für Champagner-Risotto den Reis mit Champagner aufzugießen? Aus geschmacklichen Gründen ist das nämlich ziemlich sinnlos. Zisch - schon verfliegt das meiste vom Champagnerduft im Küchendunst.

Ein solcher Irrtum von Frau Casty wäre sehr bedauerlich, denn sie ist eine Säulenheilige im Großtempel der Kochkunst.

Elfie Casty irrt natürlich nicht. Sie zischelt den Champagner in den Risotto, weil der Champagner für sie nicht großartiger ist als jeder andere Wein. Wein ist gut im Risotto, ergo auch Champagner. Auf den eigentlichen Risotto, der vom Champagneraroma maßgeblich geprägt sein soll, geht die Grande Dame nicht ein. Wir tun das hier.

Ja, doch, Champagner, gerade jetzt. Erbsenzähler missverstehen ihn gern als Sinnbild des vulgär-verschwenderischen Lebens und kriegen gleich das Zitterpappelzittern in den Erbsenzählfingern,


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