Stefan Karner begibt sich auf die Spuren der Roten Armee, historische Unschärfen inbegriffen

Steiermark | aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Bericht: Herwig G. Höller

Anfang April 1945 erkämpften Verbände der Roten Arbeiter- und Bauernarmee oststeirischen Boden, Ende Juli 1945 verließen die Sowjets das Bundesland wieder. Bis 1955 sollte die Steiermark zur britischen Besatzungszone gehören. Trotzdem hinterließ diese sowjetische Übergangszeit Spuren. 129 Archivdokumente dazu finden sich in einem Band, den der verstorbene Othmar Pickl und Stefan Karner kürzlich herausgaben. Darunter, in deutscher Übersetzung, Materialien zum Vormarsch der Roten Armee, zur sowjetischen Einschätzung der Steiermark. Weiters Anekdotisches über Fahrradunfälle, eine Massenvergiftung mit gestohlenem Alkohol, die am 11. Mai gleich 75 Rotarmisten das Leben kostete, oder über den Erfolg von Gerbert Rappaports Antinazifilm "Professor Mamlock".

Dennoch enttäuscht das Werk insgesamt, mutet wie eine flotte Copy-Paste-Publikation an, die auf bereits Vorhandenes zurückgreift und etwa geografische Unvollständigkeiten von Karners Literatur reproduziert.


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