Musiktheater

Nicht sehr subtil: Tosca in der Volksoper

Kritik

Lexikon | aus FALTER 43/08 vom 22.10.2008

Jetzt hat Wien zu der seit Jahrzehnten laufenden "Tosca"-Inszenierung an der Staatsoper eine Alternative. Alfred Kirchner hat die Oper für die Volksoper nicht revolutionär, aber mit präziser Personenregie erarbeitet. Er betont Schärfe und Brutalität der Geschichte. Naturalismus der Gefühle ist angesagt. Da lassen sich auch die Solisten nicht lumpen. Morten Frank Larsen setzt seinen metallisch-hellen Bariton betont bösartig ein. János Bándi stemmt mit steifem Tenor die Spitzentöne bis in die Galerie. Ann-Marie Backlund legt die Titelpartie auch stimmlich etwas hysterisch an. Und der Dirigent Josep Caballe-Domenech fühlt sich in den knalligen Passagen der Partitur hörbar wohl. Kein subtiler Abend. Eher einer der Phonstärke. Rätselhaft bleibt, warum in holprigem Deutsch gesungen werden muss. AD

Volksoper, So, Mi 19.00


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