Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Allerseelen und Allerheiligen stehen vor der Tür. Und dass Josef Winkler just an diesem Wochenende den Büchner-Preis verliehen bekommt, ist schon von schöner Triftigkeit: Kaum ein Autor hat sich mit solcher Inbrunst und Beharrlichkeit dem Sterben gewidmet. Da kommt das deutsche Feuilleton natürlich schnell einmal auf die Idee, im Tod "das alte Wappentier des österreichischen Selbstgefühls" zu erblicken.

Gestorben wird immer, aber die Politprominenz des Landes könnte sich in nächster Zeit ruhig etwas zurückhaltender zeigen. Armin Thurnher würde es ganz gut aushalten, die ein oder andere Woche einmal keinen Nachruf zu schreiben. Dass die Geschichte einer vor drei Jahrzehnten gegründeten Stadtzeitung auch eine Geschichte mit Helmut Zilk hat (der von 1984 bis 1994 Wiener Bürgermeister war), versteht sich wohl von selbst und bedarf doch der Ausführung.

Die Beziehungen der Redaktion zu Kärnten sind kompliziert, aber intensiv. Nachdem in den letzten Wochen und Monaten jede/-r Politikredakteur/-in dort war, durfte jetzt auch mal die Kultur schnell nach Klagenfurt. Kultur gibt's dort unten nicht zu knapp. Einige der besten Schriftsteller, Künstler, Musiker und Popjournalisten kommen ja aus Kärnten. Und einige der verkommensten Pensionsbesitzer. Als ich einen solchen vor vielen Jahren kolumnistisch geißelte, drohte Kärnten mit dem Anwalt - und schickte mir schließlich ein Badehandtuch als Versöhnungsangebot. Na ja.


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