Auf der Suche nach dem zweiten Mann

Politik | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Vertuschung, Schlamperei, übertriebener Opferschutz: Warum der Fall Kampusch neu aufgerollt wird

Recherche: Florian Klenk

Ludwig Adamovich, Präsident der Kampusch-Sonderkommission, mag ruhig und entspannt wirken. "In Wahrheit", sagt ein Staatsanwalt, "machte er uns alle narrisch." Beharrlich drängte der Expräsident des Verfassungsgerichtshofes die Justiz dazu, im Fall Natascha Kampusch noch einmal tätig zu werden. Mit Erfolg. Justizministerin Maria Berger (SPÖ) und Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) wollen den Kriminalfall neu aufrollen. Alles nur Show? Oder gibt es neue Beweise?

Polizisten gehen davon aus, dass nicht nur bei der jahrelangen Fahndung nach Kampuschs Entführer schwere Pannen passiert sind. Es soll auch im Spätsommer 2006 gepfuscht worden sein, kurz nachdem sich der Täter Wolfgang Priklopil selbst gerichtet hatte. "Wichtige Beweise, die eine mögliche Mittäterschaft eines Freundes von Priklopil hätten erweisen oder widerlegen können, sind nicht gesichert worden",


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