Der gute Populist

Politik | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Helmut Zilk regierte diese Stadt von 1984 bis 1994. Er war populär, nicht populistisch. Und er hat Wien verändert. Zum Guten

Nachruf: Armin Thurnher

Helmut Zilk, zehn Jahre lang Bürgermeister dieser Stadt und auch danach noch Wiens öffentlichste Figur, kannte jeder. Ihm war jeder einmal begegnet, jedem klopfte er auf die Schulter, jeden zog er am Ohr. Das dürfte ein Geheimnis politischer Popularität sein, wie sie auch Jörg Haider genoss. Man muss sich den Menschen ununterbrochen aussetzen, egal ob man sie mit Almosen bedenkt wie Haider oder pädagogisch traktiert wie Zilk.

Man kommt nicht umhin, in Politikern, die so agieren, etwas Manisches zu erkennen. Sie können nicht anders, als in der Menge zu baden, sich Medien zu exponieren, um sich und ihre Themen durchzudrücken. Hier endet das Gemeinsame. Popularität unterscheidet sich von Populismus paradoxerweise darin, dass sie nicht unbedingt opportunistisch ist, dass sie auch das Unpopuläre riskiert. Helmut Zilk, eben noch als Ombudsmann


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