Nachgesehen

Nur ein eingeschlagenes Fenster verrät, dass hier ein Überfall stattfand

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Es muss ein seltsames Bild gewesen sein, das sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag im ersten Bezirk bot. Laut Beobachtern sollen rund zehn Vermummte durch die Wipplingerstraße marschiert sein. In Zweierreihen, mit Sturmhauben und Handschuhen. Die Gruppe hatte es offenbar auf den linken Kulturverein W23 abgesehen. An diesem Abend feierte dort die antifaschistische Truppe Rosa Antifa ihren 13. Geburtstag. Vier Maskierte stürmten angeblich das Lokal, schlugen ein Fenster ein, prügelten auf Besucher los. Als die Polizei kam, waren sie längst wieder weg. Am Tag danach ist wieder Normalität im W23 eingekehrt: Plakate mit Sprüchen wie "Space Invaders against Racism" hängen herum, Broschüren werben für lesbischwule Veranstaltungen. Nur die eingeschlagene Scheibe zeugt noch von dem Überfall. Die Betreiber des Kulturvereins vermuten, dass Neonazis dahinterstecken. Sie wollen sich davon nicht beeindrucken lassen. Der Betrieb geht weiter.


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