Die neue Selbstverständlichkeit

Medien | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Journalisten dürfen häufig nur berichten, wenn sie Knebelverträge unterschreiben. Künstler wollen kontrollieren, was nicht mehr zu kontrollieren ist

Recherche: Martin Gantner

Johannes Bruckenberger weiß, was Stars und Sternchen mögen, oder vielmehr, was sie nicht mögen. Sie legen ihm die Wünsche schriftlich vor - in Verträgen, verklausuliert aber unmissverständlich. Bruckenberger ist stellvertretender Chefredakteur der Austria Presse Agentur (Apa). Auf seinem Schreibtisch liegen Verträge von internationalen Künstlern und deren Agenturen. Jener von Leonard Cohen etwa, der vor wenigen Wochen im Wiener Konzerthaus einen umjubelten Auftritt feierte. Darin festgehalten die Bedingungen, unter denen über das Konzert berichtet werden darf.

"Wir hätten den Text nur einmal publizieren dürfen", sagt Bruckenberger. Weiters hätte er in anderen Publikationen nicht abgedruckt werden und auch nicht im Web erscheinen dürfen. Einigermaßen bizarr, ist es doch Sinn und Zweck einer Presseagentur,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige