"Ein Engel ohne Eingeweide, Herz und Hirn"

Feuilleton | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Büchner-Preisträger Josef Winkler über seinen Kampf mit der Sprache, dem Vater und der katholischen Kirche

Interview: Klaus Nüchtern

Besser kann man es als österreichischer Schriftsteller nicht treffen: Josef Winkler, 1953 in Kamering bei Paternion geboren, wurde heuer sowohl der Große Österreichische Staatspreis als auch der Georg-Büchner-Preis verliehen, den er am 1. November in Darmstadt entgegennehmen wird. Obwohl er sich vor allem in seinem Frühwerk wütend und in einem wahren Bilderfuror an der erdrückenden Enge seiner Heimat abgearbeitet hat, lebt er nach wie vor in Kärnten, von wo aus er oft zu Reisen aufbricht, zuletzt nach Mexiko und immer wieder nach Indien. Winklers Wohnung in Klagenfurt ist schwer von den Spuren der (zurzeit abwesenden) beiden Kinder gezeichnet. Also wird die Universität auf der anderen Straßenseite aufgesucht, wo dem Autor, der hier auch unterrichtet, ein geräumiges Arbeitszimmer zur Verfügung steht. Das Gespräch findet bei türkischem Kaffee

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