Die Freuden des Mundes und des Bauches

Feuilleton | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Filmregisseur Abdellatif Kechiche verleiht den Einwanderern aus dem Maghreb eine selbstbewusste Stimme

Porträt: Gerhard Midding

Es gibt Kinoereignisse, die schon im Vorhinein unter Bewunderungspflicht zu stehen scheinen. Über "La Graine et le Mulet" (deutsch: "Couscous mit Fisch") hörte man vor einem Jahr aus Venedig nur frenetische Lobeshymnen. Die Feuilletons schwärmten von einem Couscous-Essen, das geschlagene 20 Kinominuten auf kurzweiligste Art verschlingen soll, und dann noch von einem sagenhaften Bauchtanz, der ebenso lang und sogar noch großartiger sei.

Da regt sich schnell die Lust, dieses einstimmige Konzert zu stören und auf der Grenzziehung zwischen einer bewundernswerten Tour de Force und der Nötigung zum Staunen zu beharren. Im Fall von Abdellatif Kechiches mit drei Césars ausgezeichnetem Film wäre es indes töricht, unnachgiebig zu bleiben.

"Couscous mit Fisch" ist eine temperamentvolle, ausschweifende Hommage an die Freuden des Mundes - auf die kulinarischen Genüsse


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