Mondspaziergang mit Magnetbändern

Feuilleton | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Der Litauer Künstler Zilvinas Kempinas bringt Videobänder buchstäblich zum Tanzen

Porträt: Matthias Dusini

Für seine flüchtigen Skulpturen nimmt sich der litauische Künstler Zilvinas Kempinas viel Zeit. Eine Woche vor Eröffnung seiner Ausstellung in der Kunsthalle Wien steckt er mitten im Aufbau der Installation "White Noise" (2007). Mit der Geduld eines Handwerkers wickelt er schwarze Bänder um Nägel, die an den Seiten einer weißen Wand in Kinoleinwandgröße angebracht sind. "Ein Bild besteht aus vielen kleinen Details", erklärt der 39-Jährige; zu viele Dinge müssten vor Ort entschieden werden, als dass er sie einem Aufbauteam überlassen wollte.

Allmählich füllt sich die weiße Fläche mit schwarzen Linien. Der ganze übrige Raum ist schwarz, wodurch der Eindruck entsteht, man befinde sich in einem Kino. Später werden dann Ventilatoren Luft in das filigrane Gewebe blasen, und man wird sich in einem avantgardistischen Flickerfilm wähnen. "Wichtig ist mir, solche Effekte


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