Nüchtern betrachtet

Ich stelle meine Uhr und leere Käse auf Kartoffeln

Feuilleton | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Vergangenes Wochenende, an dem ich aufgrund meines hohen Fleißes und meiner stupenden Alert- und Wohlorganisiertheit Zeit zum Zeitungslesen hatte, stieß ich auf gleich zwei Zeitungsartikel zur Zeitumstellung. Viele Menschen seien von der Komplexität dieses Vorgangs überfordert und stünden vor der von ihnen selbst unter Voraussetzung des Wissens, Zeit zu "gewinnen", nicht mit letzter Sicherheit zu beantwortenden Frage, ob sie ihre Uhren nun um eine Stunde vor- oder zurückstellen sollten.

Als jemand, der die Dimensionen von Raum und Zeit generell sehr verwirrend findet und seine Mathematikmatura nur mithilfe zweier Sitznachbarn sowie des Mathe-Lehrers "befriedigend" zu absolvieren vermochte, habe ich wenig Grund, auf natur- und formalwissenschaftlich herausgeforderte Mitmenschen herabzublicken, aber das ist echt nicht gerade die Superstringtheorie und mit einer kleinen Hilfsskizze recht leicht


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