Mann des großen Klingklangs

Stadtleben | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Der Lautkünstler, Akustikforscher, DJ und Neo-Wiener Kalle Laar und seine Tonsammlung

Porträt: Wolfgang Paterno

Wie man sich einen Atomschutzbunker in den familieneigenen Vorgarten gräbt? Nichts leichter als das. 1959 veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium eine Schallplatte mit dem Titel "If the Bomb Falls", eine tönende Handlungsanweisung für den nuklearen Ernstfall. Eine sonore Stimme sprach darauf unter anderem die Worte: "Fällt die Bombe, werden Millionen von Menschen sterben." Dem Rund aus Vinyl beigelegt war eine Bauanleitung mit Skizzen für den privaten Luftschutzkeller: "The Family Fallout Shelter".

Sollte dem Hausherrn, so lautete einer der auf Platte vorgebrachten Ratschläge, nach einer Woche im Erdloch die Restfamilie auf die Nerven gehen, seien entsprechende Beruhigungsmittel durchaus empfehlenswert.

Die Instruktion ist nur ein Beispiel aus dem reichen Tonfundus des Klangkünstlers und Musikers Kalle Laar, 53, Vorortmünchner und seit kurzem auch in Wien ansässig.

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