Der Herr über Wort und Unwort

Steiermark | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Der Germanist Rudolf Muhr über Sprachkultur, Wort und Unwort des Jahres

Interview: Christof Huemer

Eigentlich wollte man nur ein bisschen sticheln, auf die vermeintlichen Gemeinsamkeiten von "Jetzt geht's um uns Österreicher" und dem Verfechten einer eigenständigen österreichischen Sprache anspielen. Doch Rudolf Muhr, Leiter der "Forschungsstelle Österreichisches Deutsch" an der Karl-Franzens-Universität, gibt ein kämpferisches "Ich lasse mir doch von Herrn Strache nicht diktieren, was Heimat ist" als Antwort. Und schon ist man mitten in einem Gespräch über sprachliche Identitätsbegriffe und die Wahl des österreichischen Worts beziehungsweise Unworts des Jahres, eine Wahl, die Muhr vor zehn Jahren initiierte und die seitdem Begriffe wie "Schweigekanzler" und "Penthousesozialismus" im öffentlichen Bewusstsein verankerte.

Falter: Was sagt Ihnen der Ausspruch "Bam, Oida"?

Rudolf Muhr: Das ist der Spruch von den Wiener Krocha, die man mittlerweile ja systematisch durch die Medien vernichtet


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