Glück ist ein Mikroton

Steiermark | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Georg Friedrich Haas hat das Dunkle komponiert

Opernkritik: Thomas Wolkinger

Wenn der schwarze Chor am Beginn von Georg Friedrich Haas' Oper "Melancholia" mit gespenstischer Sonorität sein "Hertervig, der kann nicht malen" schnarrt und Hertervig, der Maler, ganz in Weiß dasitzt und zu Boden starrt, schwant einem bereits, dass diese Geschichte kein gutes Ende nehmen wird. Hat sie auch historisch nicht. Denn der norwegische Maler Lars Hertervig (1830-1902), an den Jon Fosse seinen Roman "Melancholie" angelehnt hat, entwickelte während eines Studiums in Düsseldorf Schizophrenie, zog sich nach Stavanger zurück und bemalte dort bis zum Tod auch noch das kleinste Stückchen Papier mit fantastischen Landschaften. Anerkennung erfuhr Hertervig erst lange nach seinem Tod.

Haas hat nun das von Fosse aus dem Roman gezogene Libretto als Gerüst für seine hypnotisch-düstere Künstleroper "Melancholia" genommen, die nun - nach der Uraufführung an der Pariser Nationaloper im Juni - im steirischen

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