Buch der Stunde

Lexikon | Ulrich Rüdenauer | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Durchhörbar" soll das Radioprogramm heutzutage sein, und manch renommierte Sendung ist dieser Ideologie in den letzten Jahren zum Opfer gefallen. Das langfristige Ziel lautet: Alles durchformatieren, damit den "Usern" gar nicht mehr auffällt, dass ihr Radiogerät überhaupt läuft. Umso erfreulicher ist es dann, wenn man von schier größenwahnsinnigen Projekten hört, die sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk zuweilen doch noch leistet. Eines davon hat im Jahr 2005 seinen Anfang genommen:

Der Hessische Rundfunk und der Deutschlandfunk fragten den österreichischen Lyriker, Romancier, Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Vielschreiber Raoul Schrott, ob er nicht Lust habe, Homers "Ilias" neu zu übertragen. Der sagte zu, machte sich an die Arbeit, übersetzte die 24 Gesänge in eine zeitgenössische Sprache, befreite sie vom leiernden Hexameter, modernisierte sie nicht immer ganz sanft und nicht immer zur Zufriedenheit der Gräzistenzunft (so tauchen etwa sehr heutige Begriffe wie


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