Tiere

Heilslehre


Peter Iwaniewicz

Stadtleben | aus FALTER 44/08 vom 29.10.2008

Die eigentlichen Gründe für Omnium Sanctorum, das Allerheiligenfest, sind mittlerweile im nebelgrauen Schatten der Jahrhunderte verlorengegangen. Viele religionsferne Menschen glauben heutzutage, das Fest hieße "Herbstferien", das man als älterer Mensch durch rituelle Bäder und Massagen in Wellnesstempeln würdig begeht, während sich Teenager am Vorabend, dem Halloween Eve, in Lumpen hüllen, das Gesicht schminken und sich durch Unmengen besonders zuckerhaltiger Nahrung in Form von Spinnen oder Fledermäusen in einen hyperaktiven Zustand versetzen.

How come? Im zweiten Jahrhundert kehrte mit der Person des Märtyrers die heidnische Heiligenverehrung ins Christentum zurück. Die ritualisierte Bewunderung von Helden entwickelte sich aus dem antiken Totenkult, bei dem Kriegshelden und Vorfahren als Helfer, Heiler und Beschützer um ihre jenseitige Unterstützung gebeten wurden. Im Zentrum des Kults stand das Grab des Helden, an dem zu bestimmten Anlässen gebetet und vor allem geopfert

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