Glosse

Container auf dem Zentralfriedhof – näher am Endverbraucher!

Wien und der Tod

Falter & Meinung | Florian Klenk | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Im Jahr 1956 stach das erste Containerschiff in See. Eine neue Ära brach an, die genormten Stahlboxen brachten die Globalisierung zum Brummen. Der Transport zum Endverbraucher war billiger denn je. Hafenstädte wurden reich. Da will Wien mithalten. Am Flughafen wurden bis vor kurzem noch unsere Flüchtlinge in Container gesteckt. Jetzt zeigt die Stadt, dass Container auch für das Jenseits gemacht sind. Einen Tag nach Allerseelen eröffnete Wien den ersten „Obduktionscontainer“ auf dem Zentralfriedhof. Fortan werden hier Morde geklärt. Drei Gründe sprachen dafür: Das Uniinstitut auf der Gerichtsmedizin in der Sensengasse war zu teuer, die Spitäler (wo anschließend seziert wurde) wollen keine flinken Maden auf dem Flur und die Transportkosten zum Endverbraucher sind jetzt auch billiger.


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