Kolumne

Nach der US-Wahl: Die Welt braucht ein geläutertes Amerika

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Es ist eine merkwürdige Koinzidenz, dass der Führungswechsel im Weißen Haus mit einer sich ausbreitenden Endzeitstimmung der Globalisierung zusammenfällt. Die Vernichtung tausender Milliardenwerte der Finanzwelt verschiebt weltweit die Kräfteverhältnisse.

Institutionen von der Uno bis zum Internationalen Währungsfonds stehen vor wesentlichen Veränderungen, und die Ideologien der vergangenen Jahrzehnte haben ausgespielt. Innerhalb weniger Wochen werden mehr Weichen gestellt als sonst während Jahren.

Für die Welt von gestern steht George W. Bush. Zu Ende geht nicht nur eine inzwischen selbst von den eigenen Parteigängern als desaströs beurteilte US-Präsidentschaft, sondern auch die unipolare Welt, in der die USA nach 1989 als alleinige imperiale Supermacht agieren zu können glaubten. Anders als die Neocons der amerikanischen Rechten glaubten, waren nicht die Angriffe des 11. September 2001 der Wendepunkt zum 21. Jahrhundert, sondern der 15. September 2008, an dem die US-Regierung


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