„Gegen die Wand gelaufen“

Politik | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Stets hatte ein Oberst der Polizei der Justiz vertraut. Bis sein psychisch kranker Neffe aus dem Gefängnis kam

Recherche:Florian Klenk

Gerhard Schicho ist ein gesetzestreuer Bürger. 40 Jahre diente er als Kriminalbeamter. Doch nun verliert der pensionierte Oberst langsam sein Vertrauen in den Rechtsstaat.

Schicho hält Fotos seines Neffen Roland F. in Händen. Sie zeigen großflächige Hämatome am Oberarm des 46-Jährigen. Die schweren Verletzungen entstanden im Gefängnis. Der Häftling sei, so wird ein Staatsanwalt in einem Anwaltsbrief zitiert, während eines epileptischen Anfalls „mehrmals gegen die Wand gelaufen“.

Oberst Schicho winkt ab: „Diese Begründungen kenne ich von früher zur Genüge. Hier liegt mit Sicherheit eine Misshandlung vor. Der Fall wurde hergerichtet.“

Der Fall des Roland F. zeigt die Nöte psychisch kranker Häftlinge in Gefängnissen und die Überforderung der Justizwache mit dieser Klientel. Verwunderlich an diesem Fall ist aber auch das Desinteresse der


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