Seien Sie Bush nicht böse: Er ist wie wir

Politik | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Dem scheidenden US-Präsidenten zum Abschied

Essay: Ulrich Ladurner

Eine bitterböse Bilanz über acht Jahre George W. Bush schreiben? Nichts ist einfacher als das. Er hat ja ziemlich alles verbockt, was er angefangen hat. Trotzdem ist es unheimlich, wenn Bush in den Medien zum Abschied unisono als Versager hingestellt wird. Das riecht nach Konformismus, nach Herdenjournalismus.

Soll man den Mann also verteidigen? Das geht nicht, denn von welcher Seite man seine Amtszeit auch betrachtet, es kann einem vernünftigen Menschen nicht gelingen, ihn glaubwürdig in Schutz zu nehmen.

Etwas ist allerdings nicht nur möglich, sondern auch dringlich. Über uns und Bush zu reden. Wir Europäer und Bush – das ist die Geschichte einer Beziehung, die von gegenseitiger Verachtung geprägt ist. Doch so zu tun, als seien wir dabei nur die Opfer und er der Täter, wir die Guten und er der Böse, wir die Klugen und er der Dumme – das ist verlogen.

Bush hat sein Land in ein imperiales Abenteuer gestürzt. Und


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