Die Kinder vom Karlsplatz werden noch länger hier umfallen

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Schöner, neuer Karlsplatz – ohne Drogenkranke überall. Mit dem geplanten Umbau der U-Bahn-Passage soll sich auch die offene Drogenszene zurückziehen, findet die Stadt. Da schicke Architektur alleine nichts verändern kann, trat am Wochenende eine neue Maßnahme in Kraft, um den illegalen Substitutionsmittelverkauf zu verhindern. Wenn die Polizei jemand dabei erwischt, wird die Anzeige an den Amtsarzt weitergeleitet, der Betroffene darf seine Substitionsmedikamente nur mehr direkt vorm Apotheker einnehmen. Am Montag danach geht es am Karlsplatz zu wie immer. Die Süchtigen hängen in Gruppen herum, auf der Suche nach Kunden oder Stoff: „Hast a Substi?“ Die Touristen schauen verschreckt, die Wiener genervt. Ein junger Mann bricht vor dem Blumengeschäft zusammen, sein Körper zuckt, blutiger Schaum rinnt aus seinem Mund. „Ein Epi“, wissen seine Kollegen. Sie leisten erste Hilfe, die Polizei ist auch schon da. Dann warten alle gemeinsam auf die Rettung.


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