Technik

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Medien | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Die Welt ist überall: „Google Earth“ für das iPhone

Prüfbericht: Thomas Vašek

Die Globalisierung schreitet voran. Neuerdings können wir die ganze Welt sogar in der eigenen Hand halten – womit der Begriff „Welthaltigkeit“ eine ganz neue Bedeutung bekommt: „Google Earth“ gibt es nämlich jetzt auch für das iPhone. Man kann sich also nach New York oder ins tibetische Hochland zoomen, während man im Pendlerzug nach Mistelbach sitzt. Auf dem Touchscreen gleiten die Finger über Länder, Meere und Kontinente, und per GPS-Satellit lässt sich sogar der eigene Standort aus der Luft betrachten. Das ist mehr als bloß eine faszinierende Spielerei. „Google Earth“ auf dem Mobiltelefon verändert die Perspektive auf die Welt.

Das Globale wird lokal, das Lokale global. Wo auch immer ich mich gerade aufhalte: Die Welt ist überall, sogar in Mistelbach. Umgekehrt ist Mistelbach überall – nichts als eine GPS-Koordinate, abrufbar von jedem Ort, von jedem Handy auf diesem Planeten. Das mobile „Google Earth“ wird es wohl bald zusammen mit anderen ortsbezogenen Diensten geben – vor allem auf Telefonen mit dem von Google initiierten Android-Betriebssystem. Dann schmilzt die Welt endgültig zum Handy-Feature zusammen. Die Globalisierung wird zur Googlisierung, das Mobiltelefon zum Weltempfänger, der Pendlerzug zur globalen Plattform. Oder wie Shakespeares Hamlet sagt: „Oh God, I could be bounded in a nutshell und count myself King of infinite space.“

Thomas Vašek ist Chefredakteur des PM-Magazins und rezensiert für den Falter jede Woche Mediengadgets.


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