Kunst wie eine aus dem Boden brechende Blume

Feuilleton | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Das Filmmuseum widmet der schwedischen Stummfilmschule eine der spannendsten Retrospektiven des Jahres

Vorbericht: Michael Pekler

Man disputiert darüber, ob der Film eine Kunstgattung sei oder irgendeinmal werden könne: Und hier haben wir sie doch; hier haben wir doch Kunst, rein, unverfälscht, aus dem Boden brechend wie Blume, Baum, Quell. Ich wüsste nicht, was in der gesamten neueren Kunst diesem Schauspiel zur Seite stehen könnte!“

So fasste der Filmkritiker Willy Haas 1921 seine Begeisterung für den Film „Karin Ingmarsdotter“ (1920) von Victor Sjöström in Worte. Das eben in Deutschland gestartete schwedische Melodram sollte nicht nur bei Haas und dessen Drehbuch zu „Der brennende Acker“ (F. W. Murnau, 1922) seine Spuren hinterlassen, sondern auch in Arbeiten wie „Der müde Tod“ (Fritz Lang, 1921).

Anfang der 20er-Jahre war das Weimarer Kino noch auf der Suche nach dem Weg zur nationalen Selbstfindung, und in den „Schwedenfilmen“ hatte es seine buchstäblichen Vorbilder


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