Topfpalmen und digitale Kletterpflanzen

Feuilleton | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Mit Ameisentapeten wurde der Künstler Peter Kogler zum Vorreiter der Computerkunst und zum populären Fassadengestalter

Porträt: Matthias Dusini

Bühne frei für den Mythos Lebenswerk. Ein nackter Mann steckt kopfüber in einem Kübel und hat dabei die Beine angewinkelt wie beim Lotussitz; neben ihm steht eine Topfpalme. Die Szene wird von einem Scheinwerfer angestrahlt, sodass Schatten von ineinander verschlungenen Beinen und Palmenzweigen an die Wand geworfen werden.

Ein Foto der Performance „5-minütige Ausstellung“ (1979) in der Galerie nächst St. Stephan – fünf Minuten lang ertrug der damals 20-jährige Akademiestudent die Fakirstellung – bildet den Ausgangspunkt von Peter Koglers Retrospektive im Museum moderner Kunst (Mumok).

Die Urpflanze des Kogler’schen Werks wurzelt in der Performance- und Konzeptkunst der 70er-Jahre, und sie treibt in eine Richtung aus, die den Tiroler zu einem populären Künstler der 90er machen wird: Körper und Gegenstände werden zu Bildzeichen

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