Rote Karte für Aufmüpfige

Stadtleben | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Drei Spielerinnen flogen aus Martin Grafs Verein. Aus politischen Gründen?

Bericht: Daniel Nutz

Die Frau soll schön und still sein, steht in einem Flugblatt der schlagenden Burschenschaft Olympia. Ein Leitsatz, den der neue FPÖ-Nationalratspräsident und Olympe Martin Graf auch getreu aufs Zivil- und Funktionärsleben anwenden soll. Das behaupten zumindest drei Fußballerinnen der Frauenmannschaft von FC Hellas Kagran, jenem Oberligaverein, dem Graf seit knapp zwei Jahren als Präsident vorsteht.

Demo mit Konsequenzen

Angepasst oder still sind Irene Müller, 27, und die Schwestern Margarita und Lucia Döller, 23 und 22, keineswegs – eher kontrovers, und das noch in die politische Gegenrichtung: Sie sind in der Sozialistischen Linkspartei aktiv, gehen auf Demos und sagen gerne lautstark ihre Meinung. Das wurde ihnen nun anscheinend zum Verhängnis. Vergangene Woche nahmen die drei Frauen an einer Kundgebung gegen die Wahl Grafs zum Dritten Nationalratspräsidenten vor dem Parlament teil.

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