Was fährt denn da?

Die Liliputbahn für Große

Mobilitätskolumne

Stadtleben | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Bericht: Andrea Maria Dusl

Ich bin in Wien aufgewachsen. Ich erinnere mich an Tauben, Gacki, Omas mit Hund und die Bim. Die Tauben waren grau, die Omas waren grau, die Dackel, Pinscher und sogar ihre Gackis waren grau, nur eines hatte Farbe: die Bim. Rot-weiß, stadtpatriotisch uniform, war sie angemalt. Alle Bims waren rot-weiß. Bis auf eine. Die Badner Bahn. Die war stahlblau-vanilleeisfarben. Für Wiener Schulkinder war die Badner Bahn so außerirdisch wie ein Klingonenschiff. Zu Allerseelen bin ich zum ersten Mal in meinem gewiss nicht unspannenden Wienerleben mit der Badner Bahn gefahren. Zum ersten Mal, seit ich den exotischen Schienenwurm kenne.

Das Außerirdische ihrer Erscheinung verdankt die Badner Bahn auch der Minimalistik ihres Streckennetzes. Es besteht aus einer einzigen Linie. Die Badner Bahn fährt von der Wiener Oper nach Baden. Und zurück.

Dabei ist es, glaubt man der Stadtlegende, genau umgekehrt: Die Badner Bahn fährt von Baden zur Oper und wieder zurück. Reiche Wiener


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