Prost!

Wiener Riesling ist unvergoren und spritzbar

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Wiener Traubensaft

Stadtleben | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Kann sich noch wer an Traubisoda erinnern? Traubisoda, so zisch und frisch? Traubensaft mit Soda, klingt unsexy, schafft es aber, sich seit 1930 am Markt zu behaupten. 2004 wurde der Betrieb neu übernommen und das Getränk in Pet-Flaschen gefüllt, inklusive hässliches Etikett. Es geht aber noch viel ursprünglicher: Traubensaft pur nämlich.

Im vorigen Jahr wurde von der Wiener Landwirtschaftskammer die Marke „Wiener Traube“ kreiert. Dazu gab man ein Logo in Auftrag und organisierte Verkostungen. Heuer waren es immerhin 13 Wiener Weingüter, die für insgesamt 18.000 Liter von 17 verschiedenen Traubensäften diese Marke beantragten. Darunter waren ein paar Gemischte Sätze, ein paar Grüne Veltliner, ein Chardonnay, drei Rotweine.

Und ein Riesling, der stammt von Matthias Kierlinger. Auf die Frage, wieso bei ihm gerade die edelste Rebsorte versaftet werde, erklärt er, dass sein Weingut (19., Kahlenberger Str. 20, www.kierlinger.at) mit Riesling recht gut ausgestattet sei. Die 1000 Liter unvergorener Rieslingmost würden daher nicht fehlen.

Typisch Riesling ist der naturtrübe Saft mit einer knackigen Säure ausgestattet, schmeckt traubenfruchtig und erinnert mit Soda direkt an echten Gspritzten. Die Nachfrage steige jedenfalls kontinuierlich, weiß Kierlinger.

Wein kann man aus dem Rebensaft übrigens keinen mehr machen. Heim-Vinifikation zu Testzwecken braucht man daher gar nicht erst zu versuchen. fH


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