Ins Mark

Steiermoak, so groß und stoak

Steiermark | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Der Kommentar zur steirischen Woche

Bei uns in Steiermoak san Leut so groß und stoak“, trällerte es noch in den Kindertagen Arnold Schwarzeneggers landauf, landab. Dieser große Steirersohn erfüllte uns vergangene Woche einmal mehr mit Stolz, als er zu den US-Wahlen dezente, gleichwohl klare Worte fand. Barack Obama müsse etwas gegen seine „dürren Beine“ machen, analysierte Arnie. Er werde ihn zum nächsten Bodybuilder-Wettbewerb „Arnold Classic“ einladen, damit er „seine dünnen Ärmchen kräftigen“ könne. John McCain sei gegen ihn „gebaut wie ein Fels. Sein Charakter und seine Ansichten sind grundsolide.“ Und wir hatten geglaubt, die Zeiten, in denen aus krummen Nasen, fliehenden Kinnen und anderer Physiognomie auf die Persönlichkeit geschlossen wurde, seien endlich vorbei. Dumb Old Europe!

Den Zug zum Starken, der den Unsrigen von Geburt an innewohnt, konnte auch Neo-Parlamentarierin Susanne Winter nicht verhehlen. Sie würde gern, verriet sie, mit Wladimir Putin, dem großen Demokraten, einmal abendessen. Vermissen tun wir dieser Tage nur den gewohnten Heroismus der steirischen Justiz: Weil Winter nun Immunität genießt, zaudern Staatsanwaltschaft wie Gericht, den Prozess wegen ihrer Islam-Schmähungen anzugehen (warum sie das Dreivierteljahr zuvor gezaudert haben, traut sich niemand zu fragen). Man soll ja keinem die Karriere versauen. Wie sagte Arnie: „I left Europe because socialism has killed opportunities there.“ Schwarzenegger verließ Österreich 1968, die ÖVP regierte allein, seit seiner Geburt hatte er nur VP-Kanzler erlebt. Das kann nur heißen - heimische Schwarze, ihr müsst jetzt stark sein: Arnie sieht euch samt und sonders als linke Partie.

Gerlinde Pölsler leitet das Ressort Stadtleben im Steiermark-Falter


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