Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Gerüchte und Insidertipps

Wir können bei der Beobachtung von Hauskatzen, aber auch von allerlei anderem Getier sowie Maturanten, die jetzt schon auf mehreren Fleck stehen und trotzdem beim Café König sitzen und heimlich die Praline lesen, die in einem diskreten Lesezirkel-am-Kamin-Umschlag versteckt ist, bei Harvard-Ökonomen und bei ein paar wirklich guten Investmentbankern eine Verhaltensweise lernen, die wir uns alle aneignen sollten: die antizyklische Investition. Muskelkraft, Energie, Trinkfestigkeit, Geld, Liebe, graue Zellen, man sollte genau jetzt, in einer Zeit, in der erwiesenermaßen fast alle Menschen extrem schlecht drauf sind (was aber auch mit dem Wind zu tun hat) alles in die Waagschale werfen. Sich ein Grundstück und ein Salatbeet zulegen, einen Wintervorrat an Bier oder einfach gar nichts tun und unsere Bankberater, Psychotherapeuten und Politiker mit ihren Ängsten alleine lassen. Die sitzen mittlerweile im Erzherzog Johann im Hinterzimmer und überlegen, geschlossen alle Einlagen der Steiermärkischen innerhalb weniger Stunden abzuziehen und sich damit Island zu kaufen, wo sie gemeinsam mit einigen ewigen Größen der Grazer Songwriter-, Jazz- und Literaturszene jeden Sonntag Jazzbrunches für ganz Kontinentaleuropa veranstalten. Im Preis enthalten sind Thermalbäder und Eierspeis, die damit gleichzeitig zum begehrten Investitionsobjekt wird. Jetzt Eier sichern!

Dramatiker Johannes Schrettle ist zwar kaum in Graz, dennoch weiß er immer was von dort zu berichten


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