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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Erinnerungen

Catherine Fried: Über kurz oder lang. Wagenbach, 158 S., € 16,40

„Ich fand ihn ziemlich klein, ziemlich dick und ziemlich hässlich.“ Trotz eines nicht gerade überwältigenden ersten Eindrucks heiratet die britische Künstlerin wenig später den österreichischen Dichter, der sie mit Knackwurst- und Liptauerbroten umwirbt: Es handelt sich um Erich Fried. Zwei Jahrzehnte nach seinem Tod legt seine dritte und letzte Ehefrau Catherine nun ihre Erinnerungen an das Leben mit dem Lyriker vor – dem Oberhaupt eines weitverzweigten Clans, der nicht nur die Kinder aus drei Ehen umfasst, sondern auch einen riesigen Bekanntenkreis.

Die Schilderungen des knapp an der Kommune vorbeischrammenden Haushalts lesen sich äußerst amüsant, gehen aber weit übers Anekdotische hinaus. Sie lassen Größe und Kleinkariertheit der 68er-Generation lebendig werden, mit ihren endlosen Gleichberechtigungsdebatten, an deren Ende dann doch die Ehefrau des Gastgebers den Tisch abräumt. Erich Fried


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